Montag, 8. Februar 2021

David liest 2... Hellblazer von Garth Ennis 1

Mit 35 Jahren mein erster Hellblazer (ja ich habe spät mit Comics angefangen) und meine Güte ... was hab ich all die Jahre verpasst!

Durchdachten, intelligenten Dialoge, tabuloser Umgang mit Krebs, Freundschaft und dem Tod. Zudem kommen noch (sensationelle
) List und Verschlagenheit des Magiers und Okkultisten. Wir erleben hier Constantine gequält, desillusioniert und getrieben. Da ich Anfang der 90er echt was verpasst.



Dämonisch gute Unterhaltung

Garth Ennis prägte diesen faszinierenden Antihelden auf ewig in diesem höllisch düsteren Horror-Klassiker. Denn in seinen finsteren, drastischen Storys geht es nicht nur um einen ebenso sarkastischen wie zynischen Kettenraucher im Trenchcoat, der mit seinen Tricks gegen Dämonen, Faschisten und sogar den Teufel antritt. Es geht vor allem darum, dass man für jede Sünde sowie jeden Sieg am Ende immer die Quittung bekommt.

Der erste Band umfasst satte 700 Seiten und beginnt mit mit dem grandiosen Dangerous Habits, gefolgt von dem nicht minder genialen Royal Blood. Allgemein ist die gesamte Reihe auf einem sehr hohen Niveau und lässt die Zeit wie im Fluge vergehen. Ausflüge mit Geschichten wie in Lord of the dance oder Constantines Geburtstagsfeier sorgen hingegen für die unbesorgten Lesestunden inmitten des okkultem Horror.

Ennis schreibt eine sehr geerdete, aber hochgradig zynische Story über den kettenrauchenden Okkultisten und liefert dabei wahnsinnig gute Unterhaltung.

Fazit

Ich bin zwar ein "Neuling" aber ich denke dieses Werk ist als "must-read" einzustufen!
Die Zeichnungen finde ich persönlich atmosphärisch sehr dicht eingefangen. Eher dreckig, oft rudimentär, meistens 
aber gleichermaßen seltsam und passend. Farben werden spärlich und gezielt eingesetzt. Also weit weg vom knallbunten Popcorn-Comic, der hier aber fehl am Platz wäre. Wer die Geschichten rund um John Constantine noch nicht kennt, der muss hier einfach zuschlagen.

In kurz: Dieser Comic gehört zu meiner absoluten Toplist.


Wertung: 5/5

Mittwoch, 3. Februar 2021

David liest 1... Little Bird - Der Kampf um Elders Hope



Kanada wird von der neuen, fanatisch religiösen amerikanischen Regierung besetzt. Die USA haben sich in dieser Endzeitvision zu einem diktatorischen Religionsstaat entwickelt in der Genmanipulation an der Tagesordnung ist. Unter dem Vorwand missionarischer Expansion wird das nordamerikanische Nachbarland auf das brutalste Unterdrückt und deren Ressourcen ausgebeutet.
Die aufstrebende Rebellion wird zunächst vernichtend geschlagen und Little Bird, die Tochter der Rebellenanführerin, zieht los um einen legendären Krieger zu befreien. Beide ausgestattet mit dem Unsterblichkeits-Gen, bereit die Aggressoren zurückzuschlagen.


Vorweg, diese Graphic Novel kann meine hohen Erwartungen leider nicht erfüllen. Das macht den Comic nicht unbedingt schlecht - aber es ist kompliziert.
Die parallel zu Faschismus, das erstarken der religiösen Rechten weißen zwar erschreckende Parallel zur heutigen Zeit auf. Krieg als Mittel zur Steigerung der wirtschaftlichen Macht und moralische Argumente zur Verschleierung eigener Interessen sind nicht neu und kreativ. Das hat man alles schon mal gelesen oder gesehen. Hier kann ich den vielen Vorschusslorbeeren nicht folgen, die diese Geschichte als kreativ und innovativ beschreiben.

Wirr und blutig

Die esoterisch, spirituellen Ausflüge finde ich eher anstrengend, denn nachdenklich oder unterhaltsam. Wenn man diese nicht mag oder mit Ihnen nichts anfangen kann, erschwert das den Zugang zu diesem Comic ungemein. Allgemein kommen viele Erklärungen viel zu kurz, das World-Building passt für mich nicht.

Die Rebellen sind klischeebedingt natürlich indianerstämmig und erdverbunden (klar die Guten!). Der Krieger ein axtschwingender Barbar, der wiederum an einen Wikinger erinnert. Immer wieder werden hier Herkünfte und Mytholgien in einen Topf geworfen ohne zu differenzieren. Immer wieder stelle ich mir zudem die Frage, ob es sich um ein dystopisches Zukunftsmärchen oder doch nur um einen psychodelischen Gewaltexzess handelt. Vielleicht macht aber genau dieser Mix für viele Leser den positiven Reiz aus.

Immer wieder werden Einflüße und Bilder zusammengebracht, die Story bleibt dabei unlogisch und bildet den Rahmen für ein sich wiederholendes Massaker und Gemetzel. Diese wird hin und wieder unterbrochen durch persönliche Schicksale und ein paar nachdenklichen Passagen. Der Fokus liegt aus meiner Sicht aber mehr auf der bösen Seite. Die Charakterentwicklung bleibt dabei leider auf der Strecke und ich konnte dadurch auch kaum eine Bindung zu den Helden bzw. der Heldin aufbauen. Bei den Nebencharakteren finden sich aber immer wieder interessante Figuren, geheimnisvoll und nicht in Gut/Böse klassifizierend.

Ein optisches Meisterwerk

Die Zeichnungen hingegen finde ich äußerst gelungen und stimmig. Dieses skizzenhafte, die manchmal unvollendete Strichführung, mit vielen Linien und Punkten, kreieren einen Detailreichtum, den ich so selten gesehen habe. Für diese dreckige Welt mit Ihrer düsteren Geschichte ist das genau das richtige Stilelement und passt toll in das Konzept dieses Comics. Die klasse Kolorierung trägt zum optischen Erlebnis bei und spielt in den richtigen Momenten Ihre gezielte Farbeinsatz und -Intensität gekonnt aus.

Fazit

Visuell beeindruckend mit wenig nachhaltiger und wirrer Story.

Einen Zugang habe ich leider nicht gefunden, das mag anderen vielleicht anders ergehen. Die vielen Auszeichnungen und die positiven Kritiken haben meine Erwartungen zu hoch gesetzt - mein Comic ist es nicht geworden. Auf der anderen Seite kann ich den Reiz dieses psychodelisch, dystopischen Esoteriktrips (ein bisschen) nachvollziehen - hier hilft nur ausprobieren.


Wertung: 3/5

Freitag, 29. Januar 2021

Alice liest 18... Ein Zeichen der Zuneigung

"Bisher habe ich meinen Blick immer in die Ferne gerichtet. Wer hätte gedacht, dass mal etwas ganz in meiner Nähe mein Interesse wecken würde."

Yuki, eine taube Studentin, wurde zufällig von einem Touristen angesprochen und wusste nicht, wie sie ihm anworten soll. Zum Glück kam Itsuomi, ein Student aus ihrer Uni, der gerne die Welt bereist, zur Hilfe und hat dem Touristen geholfen. Yuki ist von der ersten Sekunde an fasziniert von Itsuomi und will ihn mehr kennenlernen.

Ich bin glücklich, dass es langsam immer mehr Romance Manga gibt, wo die Protagonisten älter sind und nicht mehr in der Highschool sind. Weil die Hauptcharaktere älter sind, geht es auch schneller mit deren Beziehung voran und brauchen nicht lange zumindest befreundet zu sein. 
Es ist eigentlich nur eine süße Geschichte zwischen zwei Menschen, die interessiert sind an die Welt der anderen. Auch super sind die Infoseiten am Schluss. Ich habe schon lange den Drang Gebärdensprache zu lernen und über die Unterschiede zwischen der japanischen und der deutschen Gebärdensprache zu lesen war sehr interessant.

Es ist mal wieder eine niedliche Story vom Duo 'suu Morishita', die auch "Daily Butterfly" und "Short Cake Cake" geschrieben und gezeichnet haben. Wer also auch so schon die beiden genannten Manga mag und mehr von suu Morishita lesen möchte, ist dieser Manga nur zu empfehlen. Auch für Fans von "A Silent Voice", die weniger Drama aber mehr Romance wollen, schadet es nicht, den ersten Band mal eine Chance zu geben. 


Montag, 18. Januar 2021

Alice liest 17... Nie Wieder Minirock!

 "Ich bin nicht so schwach, dass ich mich von 'nem Kerl beschützen lassen müsste! Wirf mich nicht solchen Mädchen in einem Topf!"


Trigger Warnungen: sexuelle Belästigung, Stalking 

Nina Kamiyama war beliebte Leadsängerin von der Idol-Gruppe "Pure Club", doch seit einem traumatischen Erlebnis will sie nichts mehr damit zu tun haben, auch dass sie nicht mehr als Mädchen angesehen werden möchte. Aber ein Mitschüler erkennt, dass Nina die ehemalige Leadsängerin ist und beginnt sich um sie Sorgen zu machen.


Noch nie war ich begeistert wiederum so angewidert, als ich den Manga gelesen habe. Auch wenn die Momente, wo Nina mit ihren ehemaligen Gruppenmitgliedern über Liebe geredet hat, niedlich waren, gibt es so viele Momente, wo ich ernsthaft überlegt habe, wie man einem Charakter in einer fiktionalen Welt eine Backpfeife geben kann.

Aoi Makino schafft es immer wieder diese bitter-süßen Geschichten auf das Blatt zu bringen. "Nie Wieder Minirock" ist ihre erste Reihe und bin auch richtig glücklich, dass sie diese Geschichte nicht wie ihre anderen veröffentlichen Werke nur ein Band umfassen. Die Charaktere sind gut aufgebaut und wie der Mangaka Ninas Trauma darstellt ist super. Man kann nur mit ihr fühlen und hofft nur auf das Beste für sie.


Wer also Aoi Makinos andere Werke mag wie "REC" oder "Hal" oder Lust hat auf ein Shojo-Manga mit sehr ernsten Themen, dann kann ich den Manga nur empfehlen. Auch mit dem Einsteigerpreis von 5 Euro, kann man "Nie Wieder Minirock" eine Chance geben. 




Montag, 11. Januar 2021

Alice liest 16... Hell Warden Higuma

 'Genau! Diese Hölle. Seit etwa 400 Jahren entkommen offenbar immer wieder Tote von dort. Sie schleichen sich ins Diesseits und bringen Menschen dazu, Böses zu tun. Wer von ihnen besessen ist, benimmt sich wie ausgewechselt.'

 

Ayaha, die besessen von einem Dämon ist such nach Hilfe und trifft so auf Higuma. Er ist ein Höllenwächter und muss Totengeister, die der Hölle entkommen sind, zurück schicken. Nachdem er Ayaha von dem Dämonen befreit hat, will sie ihm auf irgendeiner Weise zurück zahlen und wird so vom Teufel höchst persönlich zu einem Bunresha, einen Schützling vom Höllenwächter, ernannt.


Was mich als erstes gecatcht hat, war das Cover. Die Characterdesigns der einzelnen Charaktere sind super und jeder Dämon sieht besonders und einzigartig aus. 

Ich liebe auch die Idee mit den fliegenden Dämonenhänden. Nachdem Higuma einen Dämonen besiegt hat, nimmt er die Hände von ihm und nutzt sie vollkommen aus. So kommen Szenen wie er technisch gesehen gegen sich selber "Smash Bros" spielt und indirekt sich um den Haushalt kümmert. 


Der Manga ist in 3 Bänden abgeschlossen (wo die ersten 2 Bände zur Zeit schon draußen sind). Wer also Lust hat auf eine kurze Reihe voll mit Action und Comedy, ist "Hell Warden Higuma" ein witziger Zeitvertreib und kann diesen Manga vollkommen empfehlen! 





Mittwoch, 2. Dezember 2020

Alice liest 15... Monstermäßig Verknallt


 
 
 
"So wirst du mich niemals akzeptieren! Liebe löst in mir nichts als Angst aus. Ich habe mich nicht mehr unter Kontrolle."


 
 
Kuroe leidet an einer "Krankheit", die sie, wenn ihre Gefühle zu stark sind, in einen Monster verwandelt. Problem ist, dass ihr Banknachbar und Klassenschwarm Arata Gefallen an ihr findet und nun Kuroe ihr Herz unter Kontrolle bringen muss, um sich nicht zu verwandeln.

Dieser Manga ist absurd und süß zugleich. Neben Szenen wo sich die Protagonisten helfen, sich selbst zu lieben, gibt es genau so viele Szenen wo die Monster-Fanatische Manatsu nach Harugon, die Monsterform von Kuroe, sucht. 

Der Zeichenstil variiert sehr von typisch Shojo bis zu dramatischen Schraffuren. Bei den ganzen Comedy-Szenen gibt es auch Gesichter die Gold wert sind. Und natürlich sind die bunten Seiten drinnen auch super. 


Ich empfehle den Manga allen, die Fans von "My Love Story!!" sind und natürlich denen, die nie nein sagen können zu einem süßen Shojo-Manga.

 

 

Donnerstag, 15. Oktober 2020

Alice liest 14... Das Geheimnis von Scarecrow




 'Ich habe von einer Kraft gehört, die Naturgewalten trotzt und alle Wunden heilen kann und sogar Tote zurück ins Leben holt. Alte Geschichten erzählen, dass das die Kraft eines Scarecrow sein könnte.'

In einer Welt wo Crows, unheimlich menschen-fressende Wesen, die an Krähen erinnern, die Welt befallen haben, sind Scarecrows die einigen, die die Menschen beschützen können. Doch eines Tages verschwanden sie und mehrere Jahre später macht sich Engell, die Prinzessin von Ostpol auf den Weg, um nach diesen Scarecrows zu suchen.

Weil ich ein kleiner Fan von der OZ Buchreihe bin, war ich sofort gefesselt vom Titel und dem Cover. Und nachdem ich den ersten Band gelesen habe, wurde ich nicht enttäuscht.        

Weil ich nicht so viele Manga lese, die Gore-Aspekte beinhalten, war ich sowohl fasziniert als auch angewidert von manchen Szenen. Ich fand auch den Zeichenstil recht gewöhnungsbedürftig, aber ich war schockiert wie hübsch manch ihrer Hintergründe sind und wie ausdrucksstark die Mimik der Charaktere ist. 

Alles im einen, finde ich, wenn man Fantasy mag, dass man den Manga lesen sollte. Auch wenn es kein komplexes Magiesystem hat oder World building gibt, ist der Manga trotzdem spaßig und kann gut damit sein Hirn abschalten.